Norouz bezeichnet den Neujahrestag nach dem Sonnenjahr in der Islamischen Zeitrechnung. Dieses Fest feiern viele verschiedene Völker und es fällt mit dem Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel der Erde zusammen. Norouz bedeutet übersetzt so viel wie ein „neuer Tag“. Es ist eines der ältesten Feste des persischen Raums und wird seit ca. 3000 Jahren gefeiert.
Das Neujahr beginnt exakt zur Tag- und Nachtgleiche und wird entsprechend für jedes Jahr neu berechnet. Als „Fest der Gemeinschaft und des Lebens“ markiert es den Sieg des Lichtes über die Finsternis, des Guten über das Böse, des Frühlings über den Winter. Ein alter Brauch ist das Neujahrsgedeck „Haft Sin“. Es werden traditionell sieben Elemente aufgedeckt, die alle den persischen Buchstaben „Sin“ als Anfangsbuchstaben haben. Dazu zählen:
  • Weizensprossen [Sabze], welcher das Wachstum mit sich bringen soll.
  • Ein süßer Weizenbrei [Samanu], welcher die Fruchtbarkeit mit sich bringen soll.
  • Knoblauch [Sir], welcher den Schutz und die Gesundheit mit sich bringen soll.
  • Essig [Serkeh], welcher Geduld mit sich bringen soll.
  • Das Gewürz Somagh, welches Gesundheit und Frohsinn mit sich bringen soll.
  • Äpfel [Sib], welche Geburt und Fruchtbarkeit mit sich bringen sollen.
  • Mehlbeeren [Sendsched], welche Liebe mit sich bringen sollen.
Neben diesen sieben Elementen werden noch Dinge aufgedeckt wie z.B.:
  • Hyazinthe, welche das Leben zum Aufblühen bringen soll.
  • Blumen, welche Fröhlichkeit mit sich bringen sollen.
  • Brot, welches Segen in das Haus bringen soll.
  • Weihrauch, welcher böse „Geister“ fernhalten soll.
  • Münzen, welche Wohlstand mit sich bringen sollen.
  • Ein Goldfischglas, welches  den Schutz und die Gesundheit mit sich bringen soll.
  • Kerzen, welche Licht ins Leben bringen sollen.
  • Eier, welche in der Anzahl Segen über die Familienmitglieder bringen sollen.
  • Ein Spiegel, welcher Freundschaft mit sich bringen soll.
  • Süßes-Gebäck, welches Süße ins Leben bringen soll.
Die muslimischen Familien legen Koran dazu, Christen eine Bibel und die Zoroastrier ein Awesta. Über die Herkunft und Bedeutung der verschiedenen Bräuche, gibt es viele verschiedene Thesen und Meinungen. Das Norouz-Fest, stammt aus der vorislamischen Zeit und ist mehr ein traditionelles Fest. Es spricht aus islamischer Sicht allerdings nichts dagegen, den Beginn des Frühlings zu feiern, da der Mensch genau wie die Natur versuchen sollte, sich zu erneuern und in seinem Wesen aufzublühen.

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