Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 61569
Datum der Veröffentlichung : 10/24/2014 5:22:36 PM
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Die Botschaft zu Aschura

Die Ahl ul-Bayt (a.) hatten nach dem Ableben des letzten Gesandten Gottes, Muhammad (s.), in der Fortsetzung der Aufgabe aller Propheten die Pflicht der Rechtleitung der Gesellschaft inne.

Freitagsansprache vom 24 Oktober 2014

von Hujjat ul-Islam Ansari 

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Zu Beginn spreche ich mein Beileid zum Anlass des Monats Muharram und der Trauerzeit um den Herrn der Märtyrer, seiner Exzellenz Aba Abdillah al-Hussein (a.) aus. Da uns der Monat Muharram bevorsteht, sah ich es als angemessen an in den heutigen Freitagspredigten einige Aspekte des Ereignisses von Aschura zu beleuchten. Allerdings ist es aufgrund der engen Zeit nicht möglich sich ausführlich den Aspekten von Aschura zu widmen, welches aber insha Allah in den religiösen Trauerveranstaltungen geschehen muss.

Die abrahamitischen Religionen sind zur Errettung der Menschheit von der Unwissenheit und Ignoranz sowie der Rechtleitung und Glückseligkeit entstanden. Alle göttlichen Propheten und Statthalter waren bestrebt den Lebensstil, den der gepriesene Gott für sie zur Glückseligkeit der Menschen bestimmt hat, umzusetzen, um die Menschheit von der Unwissenheit und Dunkelheit in Richtung der Wahrheit und dem Licht rechtzuleiten. Die Propheten hatten im Laufe der Geschichte diese wichtige Aufgabe inne und sie waren stets für die Menschen ein Vorbild:

لَّقَدْ كَانَ لَكُمْ فِي رَ سُولِ اللَّـهِ أُسْوَةٌ حَسَنَةٌ

„Wahrlich, ihr habt an dem Gesandten Allahs ein schönes Vorbild für jeden.“ [1]

Sie wurden geschickt, um die Menschheit an den Frieden, die Freundschaft und Ausgeglichenheit heranzuführen.

Sollten in der Gesellschaft die göttlichen Gesetze herrschen, würden sich Unrecht, Eifersucht, Feindschaft, Finsternis und Extremismus auflösen. Um es mit einem Wort zu sagen würde sich die Unwissenheit auflösen. Die Wurzel aller menschlichen Probleme ist die Unwissenheit. Besteht Unwissenheit, verfinstert sich die Gesellschaft und die Feindschaft findet in ihr Verbreitung. Imam Ali (a.) sprach: الناس أعداء ما جهلوا „Die Feindschaft der Menschen rührt aus ihrer Unwissenheit.“

Die Ahl ul-Bayt (a.) hatten nach dem Ableben des letzten Gesandten Gottes, Muhammad (s.), in der Fortsetzung der Aufgabe aller Propheten die Pflicht der Rechtleitung der Gesellschaft inne. Sie waren verpflichtet den wahren Islam, also den Islam der Vernunft, des Friedens und der Freundschaft, sowie der Moral, Spiritualität und Ausgeglichenheit nach dem Propheten (s.) in der Gesellschaft zu schützen und ihn vor jedwedem Extremismus und jedweder Verfälschung fernzuhalten.

Das Ereignis von Aschura gehört zu den herausragenden Vorfällen in der Geschichte. Nach 1375 Jahren, wird dieser Tag nicht nur von Schiiten oder Muslimen gedenkt, sondern auch von Nicht-Muslimen. Da Imam Hussein (a.) für die Errettung der Religion, Beseitigung der Unwissenheit Reform der Gesellschaft eingetreten ist. Die Botschaft seiner Bewegung war die Rettung der menschlichen Werte, die Beseitigung der Unwissenheit und in einem Wort ausgedrückt der Islam ohne jeglichem Extremismus und Gewalt und gepaart mit Frieden und Freundschaft, welches sein Vorfahre, der Gesandte Gottes Muhammad (s.) und alle Propheten ebenfalls vertraten und dafür einstanden. Er führte den Weg der göttlichen Propheten weiter und ist ein Vorbild für alle Menschen, so wie er es selbst sagt: لکم فیّ اسوة „Meine Handlung ist eurer Vorbild.“

In einem Teil von Ziyarat Arba’in von Imam Hussein lesen wir: بَذَلَ مُهْجَتَهُ فيكَ لِيَسْتَنْقِذَ عِبادَكَ مِنَ الْجَهالَةِ وَحَيْرَةِ الضَّلالَةِ „Er gab sein Leben auf Deinem Weg, damit Deine Diener vor der Unwissenheit und Ignoranz gewahrt bleiben.“

Der beste Weg zur Erkennung des Ziels der husseinitischen Bewegung ist die Analyse der Worte seiner Exzellenz vom Antritt seiner Reise in Medina bis nach Kufa und in Karbala. Gemäß den Aussagen des Imams (a.) diente seine Bewegung zur Erweckung der islamischen Gemeinschaft und dem Widerstand gegenüber der Korruption im Herrschaftssystem, welches im Namen des Islam herrschte. Also diente sie zur Reformation der Gesellschaft und dem Gebieten des Guten und Verwehren des Schlechten.

Seine Exzellenz wollte dem Unrecht, der Gewalt, Anbetung des Diesseits sowie der Tyrannei und dem Extremismus, welche im Namen des Islam in der Gesellschaft verbreitet waren, Einhalt gebieten. Diese schlechten Sachen haben mit dem Islam nichts zu tun.

In der Schule von Aschura gibt es für uns viele Lehren. Je bekannter die Menschen mit den Lehren werden, umso würdevoller werden sie leben. Lehren wie Reinheit in der Absicht, Freiheit, die Ergebenheit in den Willen des erhabenen Gottes, die Handlung entsprechend der Verpflichtung, die Mittlerschaft, Opferbereitschaft und Gebieten des Guten und Verwehren des Verwerflichen, sind für die Menscheit zu jeder Zeit anzustreben und zu verinnerlichen.

Was die Bewegung Imam Husseins (a.) in die Ewigkeit eingehen lies, war die reine Absicht, Handlung entsprechend der göttlichen Pflicht und Verteidigung der erhabenen menschlichen Werte. Dies führte dazu, dass auch nicht-muslimische Wissenschaftler über Imam Hussein (a.) gesprochen haben. So sprach Thomas Carlyle (englischer Philosoph und Historiker): Die beste Lehre, die wir aus dem Ereignis von Karbala ziehen können ist, dass Imam Hussein (a.) und seine Gefährten einen standfesten Glauben an Gott hatten.

Sogar Denker und Schriftsteller analysierten die große Bewegung Imam Husseins (a.) und widmeten sich den Beweggründen:

Charles Dickens, der berühmte englische Schriftsteller, schreibt: „Wenn das Ziel Husseins der Krieg für seine eigenen weltlichen Bedürfnisse gewesen wäre, würde ich nicht verstehen, weshalb er seine Schwestern und Kinder mit sich genommen hat. Somit sagt der Verstand, dass er aufgrund des Islams seinen Opfer vollbrachte.“

Hier und dort werden heutzutage im geheiligten Namen des Islams Gewalt und Unrecht ausgeübt. Sie missbrauchen den Namen des Islams für ihre niederträchtigen Ziele. Ihr Ziel ist es den Namen des Islam zu beschmutzen. Der Islam ist die Religion des Friedens, der Freundschaft, Ausgeglichenheit und Vernunft. Imam Hussein (a.) strengte sich zur Etablierung eines solchen Islams an.

Heutzutage sind wir als Muslime verpflichtet wie Imam Hussein (a.) den wahren Islam der Gesellschaft vorzustellen. Jenen Islam, der das Symbol der menschlichen Würde und Gegenpol zur Gewalt und dem Extremismus ist. Die Propaganda, die in den Medien gegen den Islam verbreitet ist, muss durch ein vernunftbasiertes, moderates und friedvolles Verhalten der Wind unter den Flügeln genommen werden.

Die Ernennung, Ghadir, Aschura und die Mahdawiya sind wie eine Kette, die den monotheistischen Menschen in Richtung der Wahrheit und Spiritualität leiten und ihn vor Abweichungen zu schützen.

Wir beten den erhabenen Gott, dass Er uns auf dem Weg des Qur’ans und der Ahl ul-Bayt (a.) schützen und bewahren möge.

 


[1] Heiliger Qur’an, 33/21


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