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Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrums Hamburg

Der heilige Monat Ramadan

 
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
 
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Da uns der heilige Monat Ramadan bevorsteht, ist es angebracht, hier einiges über die Bedeutung dieses Monats zu erwähnen. Der heilige Monat Ramadan ist ein Monat, an dem die Gottesdiener von ihrem Schöpfer zu einem Festmahl eingeladen werden. Jeder Muslim und jeder Gläubige kann diese göttliche Einladung annehmen und an diesem Festmahl teilnehmen, damit auch ihm die Wirkungen und der Segen dieses Monats zugute kommen. Der hl. Prophet (s.) sagte: „Der heilige Monat Ramadan ist nicht wie die anderen Monate. Der Monat Ramadan bringt euch Segen und Gnade, und er verlässt euch nicht, ehe eure Sünden vergeben worden sind. In diesem Monat steigert sich der Wert des Guten um das mehrfache, und eure guten Taten werden euch anerkannt.“[1]
Jeder gottsuchende und rechtschaffene Mensch wird in diesem Monat bemüht sein, all seine Momente bestens zu nützen um seine Seele zu läutern und seinem Herrn näher zu kommen. So wird vom hl. Propheten (s.) überliefert: „Der Monat Ramadan ist der Monat Gottes. Würdigt euren Gott, dankt ihm und lobpreist ihn in diesem Monat oft, denn es ist ein Frühling für die Bedürftigen.“[2]
Der Begriff „Ramadan“ entstammt dem arabischen Wort „Ramadh“, was soviel bedeutet wie der Regen, der die Luft am Anfang des Herbst vom Staub des Sommers reinigt. Manche deuten das Wort allerdings auch als die Hitze eines Steins, der unter der Sonne liegt.[3] Es gibt Überlieferungen, die andeuten, warum der Monat Ramadan so genannt wurde. Vom hl. Propheten (s.) wird überliefert: „Dieser Monat wird Ramadan genannt, weil er die Sünden bereinigt.“[4] Es gibt auch viele Überlieferungen, schiitische wie sunnitische, die betonen, dass Ramadan ein Beiname Allahs ist.[5] In islamischen Überlieferungen werden dem Monat Ramadan verschiedene Namen und Eigenschaften zugeschrieben, und alle zeugen vom hohen Wert dieses gesegneten Monats. Alle weisen sie auf seine wichtige Rolle darin, den Menschen weiterzuentwickeln und ihn sich steigern zu lassen. Sie besagen, dass Gott durch diesen heiligen Monat die Glückseligkeit in dieser Welt und im Jenseits für die Menschen vorbereitet. Einige der besagten Namen und Eigenschaften lauten wie folgt:
Ramadan der Monat Gottes, der größte Monat, der Monat des Festmahls, der Offenbarung des Qur’ans, des Rezitierens des Qur’ans, des Fastens, des Muslim-seins, der Reinigung, der Läuterung, des Gebets, der Befreitung, der Geduld, des Mitgefühls, des Segens, der Barmherzigkeit, der Vergebung, der Rückkehr, des Bittgebets, des Gottesdienstes, des Gehorsams, der gesegnete Monat, der große Monat, der Monat an dem Gott den Gläubigen mit mehr Unterhalt beschenkt, der höchste der Monate, das Fest der göttlichen Sachwalter, der Frühling des Qur’ans, der Bedürftigen und der Gläubigen.[6]
Der gesegnete Monat Ramadan kann der Anfang eines Jahres der Menschlichkeit für jeden sein, der seinen Willen am Pfad der Rechtschaffenheit orientiert und diesen Pfad beschreitet, denn in diesem Monat wird das spirituelle Leben der Rechtschaffenen erneuert, und die, die auf dem Pfad zur absoluten Vervollkommnung wandern, werden erfrischt und darauf vorbereitet, ihren Herrn anzutreffen. Aus diesem Grund ist Ramadan der Monat, an dem die Erneuerung des spirituellen Lebens der Menschen auf dem Pfad der Menschheit und Menschlichkeit anfängt. Dieser Monat ist es schließlich, an dem die Gläubigen von ihrem Herrn zu einem Gastmahl eingeladen werden, wie der hl. Prophet (s.) sagte: „Es ist der Monat, an dem Allah euch zu einem Gastmahl eingeladen, und euch zu dem Epfängern seiner Barmherzigkeit gemacht hat.“[7] Natürlich geht es dabei nicht um ein Gastmahl für den Körper und für das materielle Wesen, denn der menschliche Körper ist immer ein Gast Gottes. Dies ist eine Einladung zu einem Festmahl, welches die Seele des Gläubigen für den Empfang und die Wahrnehmung spiritueller und geistlicher Wahrheiten vorbereitet, wenn er diese göttliche Einladung annimmt. Der Gläubige nähert sich seinem Schöpfer und genießt seine Liebe umsomehr.
Wichtig ist dabei, dass die Würde dieses großen Monats beibehalten werden muss. Er darf nicht einfach vergehen wie die anderen Monate des Jahres, ohne auch nur irgendeine Änderung in der menschlichen Seele hervorzurufen. Der hl. Prophet (s.) sagte: „Der Monat Ramadan soll für euch nicht ein Monat sein wie andere, denn er wird von Gott besonders gewürdigt und ist den anderen Monaten überlegen.“[8]
Es wird vom hl. Propheten (s.) auch überliefert: „Wenn die Menschen wüssten, welchen Segen der Ramadan birgt, würden sie sich wünschen, dass er ein Jahr lang dauert.“[9]
Von Imam Sadegh (a.s.) wird überliefert: „Wenn der Ramadan gesund ist, ist das ganze Jahr gesund.“
Wenn jemand diesem Monat den gebührenden Respekt erweisen will, muss er die Regelungen die für ihn gelten gut kennen. Er muss fasten und sich selbst – so wie es ihm gebührt – von der Sünde und von Unreinheiten fern halten. Diese Dinge zu beachten führt dazu, dass die vorherigen Sünden des Menschen vergeben werden und er seinem Schöpfer näher kommt und ihm mehr von seiner Liebe zuteil wird.
In manchen Überlieferungen steht, dass dieser Monat mit Barmherzigkeit anfängt, mit dem Erhören der Bittgebete und der Erlösung vor dem Feuer endet, und dazwischen von Vergebung erfüllt ist[10]


[1] Aamli Sadough, S. 54
 
[3] Siehe Exegese des Fakhr Radhi, Band 5, S. 89 & Al’ain, S. 327
[4] Die Lichtermeere, Band 96, S. 377 & Band 3
[5] Siehe auch, Al sunan al kubra, Band 4, S. 339 und S. 79, Die Lichtermeere Band 93, S. 381; Kafi Band 4, S. 70 & Band 2
[6] Ebd.
[7] Ansprache des hl. Propheten (s.) am letzten Freitag des Monats Scha’ban.
[8] Die Vorzüge der drei Monate, S. 95; Die Lichtermeere, Band 96, S. 34
[9] Sahih Ibn Fadhima, S. 190, Überlieferung Nr. 1886
[10] Die Tugenden der drei onate, S. 142