Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42701
Datum der Veröffentlichung : 1/16/2014 10:14:00 PM
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Islamkunde 96 – Frieden und Sicherheit 3 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg e.V.

Die Sicherheit stellt ein selbstverständliches und klares Recht eines jeden Menschen dar.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Die Sicherheit stellt ein selbstverständliches und klares Recht eines jeden Menschen dar. Überall wo der Mensch lebt, möchte er innere Ruhe genießen, ist er doch daran interessiert, dass es an seinem Wohnort ruhig und sicher ist. Entsprechend weisen der Islam und andere abrahamitischen Religionen auf dieser Wichtigkeit hin. Demnach sind die Unsicherheit und die Unruhe durch die himmlischen Bücher der Kritik ausgesetzt.

Der Begriff „Friede“ oder „Versöhnung“, welcher zu den wichtigen Faktoren der Entspannung und Sicherheit zählt, wird im heiligen Buch der Juden ungefähr 200 Mal verwendet, so z.B. wie folgt: „Die Welt steht auf drei Stützen: Richtigkeit, gerechtes Urteilen und Frieden. Wenn es keinen Frieden gibt, so wird es nichts mehr geben und groß ist der Frieden.“

 Aus Sicht des heiligen Buches besteht die Überzeugung, dass der Frieden niemals auf eine bestimmte Gruppe, Zeit oder Ort begrenzt sein darf. Gott hat die gesamte Welt und alle Kinder Abrahams (a.) mit Frieden gesegnet und es gehört zu den religiösen Verpflichtungen der Juden für Frieden, Freundschaft und Gerechtigkeit in der Welt einzustehen.

Weiterhin stellt der „Frieden“ die erste Bedingung für die Gerechtigkeit dar und ist ihr sicherster Beschützer. Sie gehört zu den Säulen der Welt und sollte sie nicht bestehen, so führt dies zum Krieg und der Tötung von Menschen. In der Thora wird die Nächstenliebe als Befehl für jeden erklärt und mit der Bezeichnung „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ verbreitet.

Weiterhin wird im Christentum die Vorsehung Gottes mit einem väterlichen System erklärt, in der Art, dass alle Menschen von einer Familie sind und in ihrer Beziehung zueinander ein göttliches Angesicht annehmen. Demnach ist die Liebe zu Gott und die Liebe zueinander voneinander nicht zu trennen. Im Christentum wird erklärt, dass die Menschen gesellschaftliche Rechte haben und niemand die Erlaubnis hat diese mit Füßen zu treten. Demnach fußen die gesellschaftlichen Beziehungen auf drei Grundsätzen: Eintracht, Beistand und Teilhabe. Die Eintracht ist eine innere Angelegenheit, in der sich Vergebung und Freundschaft befindet.

Es ist erforderlich auf den Punkt hinzuweisen, dass in den christlichen Lehren der Frieden mit der Gerechtigkeit Sinn ergibt und jede Trennung zwischen ihnen abgelehnt wird. Selbstverständlich ist dies im Islam nicht anders. Wenn in der menschlichen Gesellschaft Frieden und Freundschaft existieren sollte, so muss eine allseitige Gerechtigkeit herrschen und ohne diese Gerechtigkeit kann der Frieden und die Sicherheit nicht bestehen.

In den Psalmen Davids steht: „Zu dem Zeitpunkt, wo sich die Welt und der Mensch, die beide in der Handlung durch das heilige Martyrium einander vervollkommnen, zur Rettung voneinander mit Liebe und Glaube einander besuchen, liegen sich der Frieden und die Gerechtigkeit in den Armen.“

Im Zoroastrismus wird der Krieg verurteilt und in den Hymnen des Avesta ist aufgeführt: „Ich lobe die reine Religion jeder Welt, die Krieg entfernt, mit der Bewaffnung abrüstet und ein Vorbote der Hingabe ist.“ Diese Lehre wird im täglichen Gebet eines jeden Zoroastriers verlesen und die Zoroastrier haben in ihrem Glauben den Wunsch zur Entfernung des Krieges und dem Bestehen des Friedens und der Freundschaft zwischen allen Stämmen und Völkern.

Wenn auf den Islam als letzte abrahamitische Religion geschaut wird, so ist es eindeutig, dass der Frieden und die Freundschaft und Sicherheit die wichtigste Strategie ist, die der Islam betont. Allerdings sieht er die Definition der Freiheit weit über die Abwesenheit von Krieg und der Aufrüstung hinausgehend an, sondern steht in Konfrontation zu jedem Mittel, welches Unsicherheit und Unruhe hervorruft und eine Bedrohung für die Zusammenarbeit darstellt, von der materiellen Armut, über gesellschaftliche Ungerechtigkeit, rassistische Diskriminierungen, Unterdrückung, Nationalismus und dergleichen.

 Die Hinwendung zu den Versen des Frieden, die der große Prophet Muhammad (s.) und seine wahren Testamentsvollstrecker über die Toleranz handeln, untermauert die Behauptung, dass das Streben zum Frieden unter Beachtung der göttlichen Lehren zu den wichtigsten Lehren des heiligen Qur’an zählen, so steht in der Sura Hudschurat:

  إِنَّمَا الْمُؤْمِنُونَ إِخْوَةٌ فَأَصْلِحُوا بَيْنَ أَخَوَيْكُمْ ۚوَاتَّقُوا اللَّـهَ لَعَلَّكُمْ تُرْحَمُونَ

 „Die Gläubigen sind ja Brüder. So stiftet Frieden zwischen euren Brüdern und fürchtet Allah, auf dass euch Barmherzigkeit erwiesen werde.“ (Heiliger Qur’an, 49/10)


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