Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42692
Datum der Veröffentlichung : 1/16/2014 9:52:00 PM
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Islamkunde 84 - Spiritualität 11 Redner: Ayatollah Dr. Reza Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrums Hamburg

In den letzten Sitzungen wurde dargelegt, dass die islamische Spiritualität das Weltliche und Jenseitige miteinander verbindet

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

In den letzten Sitzungen wurde dargelegt, dass die islamische Spiritualität das Weltliche und Jenseitige miteinander verbindet, da der Islam für das Leben des Menschen ein vollständiges und umfassendes Angebot bereitstellt. Weiterhin werden das Diesseits und Jenseits als zwei Seiten derselben Medaille erachtet und das Jenseits in Wahrheit als das Innere des Diesseits vorgestellt, obgleich viele nur das Äußere der Welt angenommen und das Jenseits aus den Augen verloren haben.

 

Ein weiterer Aspekt ist, dass bei der islamischen Spiritualität die Motivation des Nachdenkens, der Überzeugung, Moral und des Handelns göttlich ist. Dies bedeutet, dass der Mensch durch diesen Ansatz bestrebt ist sich dem allerhabenen Gott anzunähern. Allerdings ist klar und deutlich, dass die religiöse Spiritualität mit der Isolation und der Distanzierung von den Menschen und der Gesellschaft inkompatibel ist. Obwohl einige die Spiritualität mit diesen Angelegenheiten im Einklang zu sehen glauben, bezieht der Mensch in der religiösen Spiritualität neben der Befassung mit seinen eigenen spirituellen Angelegenheiten, auch gegenüber der Unterdrückung und dem Unrecht Stellung und lässt durch nichts mit seiner Würde und Selbstachtung verhandeln.

 

Genauso wie das Erreichen einer Stellung und Position mit der Kenntnis über die dazu notwendigen Faktoren und dem Streben nach ihrer Erfüllung einhergeht, ist der Weg zur Erreichung der Ziele auch mit Hindernissen und Problemen konfrontiert, deren Bekanntschaft ebenfalls notwendig ist, um sie zu entfernen. Es muss betont werden, dass die Spiritualität nicht von der Vernunft, dem Handlungssteben und den religiösen und gottesdienstlichen Ritualen getrennt werden kann. Die wahre Spiritualität ist in jeder Form koinzident zum Verstand und der spirituelle Mensch muss in Richtung der in Übereinstimmung zur Spiritualität stehenden Riten und Prinzipien schreiten, um zur Wahrheit der Spiritualität zu gelangen. Es ist ersichtlich, dass das Erlangen der Spiritualität ohne ernsthafte Anstrengungen und der Einhaltung der religiösen Gebote und Handlungen nicht möglich sein wird. Je mehr sich der Mensch in den Bereichen seiner Handlungen, Moral, dem Befolgen der religiösen Gebote und seines Denkens bemühen sollte, desto mehr wird ihn die Spiritualität erfassen.

 

Zu den Entstehungshindernissen der Spiritualität gehört der Unglaube. Der Unglaube in dem Sinne, dass der Mensch an Gott, die Propheten, die himmlischen Bücher, die göttlichen Gebote und die verborgenen Welten nicht glaubt oder sich über sie in Zweifel befindet. Diejenigen, die die Welten der Verborgenheit leugnen und an ihnen zweifeln, werden nicht in den Genuss der wahren Spiritualität kommen. In diesem Lichte lädt der heilige Qur’an nach der Einladung zum Glauben, zum Gottesdienst, Nachdenken, sowie zur Tatkraft und Gehorsamkeit ein.

 

Im Laufe der Geschichte treffen wir auf Menschen, die sich auf dem Weg der Zweifel befinden und an allem und manchmal sogar an ihrer eigenen Existenz zweifeln. Sie können nicht auf den Pfad des Glaubens an der Wahrheit kommen und befinden sich gegenüber der Erkenntnis und Existenz auf dem Weg des Zweifels, sodass ihr Lebensweg durch diesen mangelnden Glauben in Wahrheit einem ziellosen Pfad gleicht. Und wo es für die Schöpfung und Erkenntnis kein Ziel gibt, ist auch von der Spiritualität keine Spur anzutreffen.

 

Ein wichtiger und erwähnenswerter Punkt handelt über das Ergebnis der Skepsis, welches in den Relativismus mündet, also der Anschauung, dass jede Erkenntnis nur relativ richtig, jedoch nie allgemeingültig der Wahrheit entspricht. Dies stellt ein großes Hindernis für die Neigung zur Spiritualität dar, da an Zweifel und Skepsis leidende Personen über kein korrektes wissenschaftliches Maß zur Erkenntnis der Wahrheiten verfügen. Als Ergebnis können sie nicht von der verborgenen Welt und der Wahrheit überzeugt sein und daran glauben, was jedoch das Fundament der Spiritualität darstellt. Allerdings ist es nun nicht unser Anliegen in die Diskussion über die Formen des Relativismus und seine Fortentwicklung einzusteigen. Aber was wir als notwendig erachten daran zu erinnern ist, dass der Relativismus, ob im Bereich der Erkenntnis oder der Moral, eine ernsthafte Leitlinie zur Erfüllung der Spiritualität in den menschlichen Gesellschaften darstellt. Es ist klar, dass man durch die Kenntnis über die Axiome den übrigen Formen des Relativismus entgegentreten muss, welches die Mitteilung durch geoffenbarte Erkenntnis erfordert, da die Anwendung der religiösen Lehren den Menschen zu endgültigen Überzeugungen und göttlicher Moral leitet. In diesem Fall kann der Mensch auf den Pfad der Spiritualität gelangen.


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