Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42631
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 6:52:00 PM
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Islamkunde 53 – Islam und Freiheit 4 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des Islamischen Zentrum Hamburg



Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.



Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

 

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Der Begriff der Freiheit wurde in verschiedenen Denkschulen auf verschiedene Weisen eingesetzt, und jede dieser Denkschulen betrachtet sich als Freidenkend. Wichtig ist dabei aber, dass sich der Begriff der menschlichen Freiheit verschieden definieren lässt, weil man den Menschen selbst aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann. Wer z.B. lediglich eine materielle Sichtweise hat, definiert die Freiheit für sich entsprechend. Ist diese Sichtweise aber zudem auch spirituell, dann hat die Wahrheit der Menschen mehr mit ihrer Seele  zu tun und die Materie ist mehr ein Mittel zum Zweck, nämlich der Wahrheit. Dann bekommt auch der Begriff der Freiheit eine andere Bedeutung. Es scheint daher, dass alle Diskussionen über die menschliche Freiheit mit diesen beiden Ansichten zu tun haben und man hier die richtige Sichtweise anwenden muss, weil sonst jegliche Meinungsverschiedenheiten diesbezüglich ihre Quelle im Grundsatz hat.

Aus islamischer Sicht ist der Mensch Gottes Stellvertreter auf Erden. Er kann mit der richtigen Überzeugung, Denkweise, Ethik und Verhaltensweise auf Gott zugehen und diese hohe Position einnehmen. Wenn wir die Freiheit für einen solchen Menschen definieren wollen, müssen wir uns zunächst mit den Dingen befassen, die ihn daran hindern, das wahre Ziel seiner Schöpfung, nämlich die Nähe zu Gott, zu erreichen. Was sind hier also die Hindernisse und Ketten? So lässt sich die Ursache vieler Meinungsverschiedenheiten über die Freiheit finden: Der materielle Mensch will sich von allen Dingen befreit und ungehindert sehen, und alles beseitigen, was ihn am Erreichen der Wünsche seiner Triebseele hindert, er will tun und lassen, was er will. Ist dieser Mensch nicht daran gehindert, zu tun was er will, ob nun gut oder schlecht, ist aus seiner Sicht eine absolute Freiheit gegeben. Dieser Mensch will nur seiner Triebseele freien Lauf lassen und er definiert auch seine Identität anhand dieser Freiheit, und Nichts steht ihm im Wege. Solche Menschen streiten jedes Talent und jede Eigenschaft, die ihnen in die Natur gelegt wurde, ab. Der Existentialismus hat eine solche Sichtweise und ist der Überzeugung, dass der Mensch frei von allen Hindernissen sein muss. Sie sehen die Freiheit nicht als Mittel, sondern als Ziel der Menschheit.

Aus islamischer Sicht ist der Mensch zwar von der Schöpfung her frei, und zwar sowohl frei von Hindernissen als auch Frei, zu handeln. Die Freiheit, die im Islam und im Koran erwähnt wird, unterscheidet sich aber grundsätzlich von der Freiheit, wie sie vom Liberalismus definiert wird. Die negative Freiheit bedeutet im Koran die Freiheit von Dingen, die den Fortschritt des Menschen verhindern, ob es nun innere Hindernisse sind oder äußere.

Der Liberalismus hingegen befasst sich nur mit äußeren Hindernissen und beachtet die inneren Hindernisse, wie die Versuchungen der Triebseele und die des Teufels, überhaupt nicht. Wenn der Mensch also aufgrund seiner Neigungen daran verhindert wird, völlig gleichgültig und verantwortungslos zu sein, dann ist er aus der Sicht des Liberalismus nicht frei. Wenn er aber frei ist, z.B. seiner Wollust nachzugehen, dann ist er ein freier Mensch und er darf nicht daran gehindert werden. Eine solche Definition der Freiheit ist fern von der Realität, weil sich dieser Mensch innerlich niemals frei fühlen, sondern ein Gefangener und ein Sklave seiner Wollust sein wird.

Der Islam bietet Pläne und Regelungen, die Seele, den Kern der menschlichen Existenz von Wollust zu befreien damit er nicht zu ihrem Gefangenen wird und in ihr versinkt.


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