Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42623
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 6:38:00 PM
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Islamkunde 45 – Islam und Gerechtigkeit: Gesellschaftliche Gerechtigkeit 6 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrum Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Aller Lobpreis gebührt Gott, Dem Erhabenen, Dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. Oh Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
 
Aller Lobpreis gebührt Gott, Dem Erhabenen, Dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. Oh Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
In den vergangenen Ansprachen befassten wir uns mit ökonomischen Voraussetzungen bezüglich der gesellschaftlichen Gerechtigkeit. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ein relativer Wohlstand in einer Gesellschaft nur dann gewährleistet ist, wenn der Reichtum der Gesellschaft auf gerechte Art verteilt wird. Ist die wirtschaftliche Gerechtigkeit einmal gegeben, wird niemand mehr an Armut zugrunde gehen. Die Machthaber, die lautstark Gerechtigkeit einfordern, müssen auch in der Praxis das Notwendige tun, um ihren Forderungen gerecht zu werden.
Gesellschaftliche Gerechtigkeit umfasst neben dem ökonomischen Aspekt auch eine kulturelle Komponente.
Der kulturellen Gerechtigkeit wird gesellschaftlich betrachtet ein hoher Stellenwert beigemessen. Allen wissenschaftlichen, bildungs-, forschungs- und kunstbezogenen Bedürfnissen aller Schichten der Gesellschaft sowie deren Weltanschauung und Tradition werden im gleichen Maße eine kulturelle Gerechtigkeit zugeschrieben. So werden die Fähigkeiten und Möglichkeiten der in einer Gesellschaft lebenden Individuen auf vernünftige und exakte Art verteilt, um den Menschen die kulturelle Entfaltung ermöglichen zu können. Wenn also in einem Land Chancen ungleich verteilt sind und die Menschen aller Regionen nicht gleichermaßen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, herrscht eine Art kulturelle Ungerechtigkeit.
In jeder Gesellschaft muss allen Individuen gleichermaßen die Gelegenheit der persönlichen Entwicklung geboten werden, damit Ignoranz, Aberglaube und Abirrung an der Wurzel gepackt und vernichtet werden. Ignoranz führt überall auf der Welt ausschließlich zu rückständigem Tribalismus und blindem Fundamentalismus, was eine inadäquate Ausbildung vor allem der jüngeren Generation zur Folge haben kann. Der Lebenspfad der Gesellschaft muss sich daher unter anderem an religiösen Prinzipien und Regelungen orientieren. Die Religion verfügt zwar über eine Allgemeingültigkeit, die es ihr erlaubt, die kulturelle Atmosphäre einer Gesellschaft zu steuern, doch ist es die kulturelle Verwaltung einer Gesellschaft, die den kulturellen Werdegang ihres Landes anleitet.
Die wichtigste Verpflichtung jeder Regierung ist die Bekämpfung des Analphabetismus. Es muss allen Menschen gleichermaßen ermöglicht werden, lese- und schreibkundig zu werden und sich anschließend weiterbilden zu lassen. Auch bildungsnahe und gelehrte Menschen sollten alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, damit auch unter ihnen eine kulturelle Weiterbildung erfolgt. Die kulturelle Weiterentwicklung ist grundlegend für den wissenschaftlichen Fortschritt einer Gesellschaft. Laut der islamischen Ansicht ist der Mensch das wertvollste Geschöpf und muss entsprechend gewürdigt werden. Die Sachwalter einer islamischen Gesellschaft haben keine Berechtigung dazu, die Menschen herablassend zu behandeln, da eine Erniedrigung des Volkes ein typisches Anzeichen ungerechter Herrscher ist.
Der heilige Koran nennt uns das Beispiel des eigenwilligen, ungerechten und gewalttätigen Pharao und spricht:
„Er fand sein Volk leicht (zu beeinflussen), und da gehorchten sie ihm. Gewiß, sie waren ein Volk von Frevlern.“[1]
Pharao betrachtete sein Volk als minderwertig und niederträchtig und unterdrückte jeden, der nicht seinen Befehlen und seinem absurden Weltbild Folge leistete. Das Volk verlor den Glauben an eine gerechte Regierungsführung, sodass Pharao durch die Unterdrückung die absolute Unterlegenheit des Volkes erreichte.
Der Islam verurteilt das Erniedrigen von Menschen aufs schärfste und erlaubt es keiner Person, andere Menschen herablassend zu behandeln.

 

 
[1] Az-Zuchruf:54.


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