Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42611
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 6:05:00 PM
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Islamkunde 33 – Islam und Gerechtigkeit 4 – individuelle Gerechtigkeit 1 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrums Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.



Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Für die Gerechtigkeit gibt es viele, verschiedene Aufteilungen. Zum einen wird sie in göttliche und nicht-göttliche Gerechtigkeit aufgeteilt. Für die göttliche Gerechtigkeit selbst gibt es eine weitere Unterteilung, es gibt hier nämlich die Gerechtigkeit, die mit der Schöpfung der Dinge zu tun hat, die Gerechtigkeit anhand der islamischen Gesetze und die göttliche Vergeltung. Die nicht-göttliche Gerechtigkeit wiederum lässt sich in individuelle und gesellschaftliche Gerechtigkeit aufteilen.

Die individuelle Gerechtigkeit fasst die ethische und religionsrechtliche Gerechtigkeit zusammen. Dazu sollte erwähnt werden, dass die islamische Jurisprudenz eine andere Definition der Gerechtigkeit hat, als die Ethik, daher hat die individuelle Gerechtigkeit aus der Sicht der Rechtsgelehrten eine andere, von der ethischen Definition unabhängige Bedeutung.

Eine Gruppe von Rechtsgelehrten bezeichnen folgendes als Gerechtigkeit: das Meiden von großen Sünden, das nicht Beharren auf kleinere Sünden, Aufrichtigkeit und das Meiden von Lügen, Gottesfurcht und das Meiden von verwerflichen Taten. Gerechtigkeit ist aus ihrer Sicht die innere Kraft, die zur Gottesfurcht und Hochherzigkeit bewegt. Manche andere sind allerdings der Überzeugung, dass die Gerechtigkeit nichts anderes ist, als der Islam ohne Ausschweifung.

Die Gerechtigkeit ist im islamischen Religionsrecht in verschiedenen Fällen relevant, z.B. wenn es darum geht, wer den Rang des Anführers, Quelle der Nachahmung, Richter, Zeuge, Vorbetender des Freitagsgebets etc. Bei allem muss die Gerechtigkeit berücksichtigt werden, wenn es im Falle einer gewissen Person ungerecht wäre, jede dieser Funktionen zu übernehmen, so ist dies auch nicht zugelassen und wird auch nicht anerkannt.

Auch über die individuelle Gerechtigkeit aus ethischer Sicht wurde sehr viel diskutiert. Manche definieren die Gerechtigkeit aus ethischer Sicht so dass sie den Ausgleich der treibenden Kräfte im Inneren des Menschen bedeutet. Andere glauben, Gerechtigkeit sei die Überlegenheit des Verstands über die Triebe und den Zorn.

Sie sind der Überzeugung, dass die menschlichen Kräfte 4 Tugenden mit sich bringen, nämlich Weisheit, Reinheit, Mut und Gerechtigkeit, wobei allerdings erwähnt werden sollte, dass beiden Theorien nach, Weisheit, Reinheit und Mut das gleiche bedeuten: Weisheit entsteht, wenn der Verstand ausgeglichen ist. Reinheit ist gegeben, wenn die Triebe vom Verstand unter Kontrolle gebracht werden und Mut entsteht, wenn der Zorn gemäßigt wird.

Gerechtigkeit bedeutet nach der ersten Theorie den Gehorsam des praktischen Verstands gegenüber der Vernunft, bzw. den Regelungen, was die Kontrolle des Zorns und der Lust betrifft. Der zweiten Theorie nach bedeutet Gerechtigkeit den Einklang aller anderen, inneren Kräfte und Triebe mit dem Verstand, der die Vervollkommnung von ihnen allen bedeutet.

Es ist ganz klar, dass der Mensch die Vollkommenheit erlangt, wenn die individuelle Gerechtigkeit in ihm verwirklicht wird und jeder erreicht dies gemäß seiner Fähigkeit und Genauigkeit. Natürlich ist die allerhöchste Stufe der Vervollkommnung den unfehlbaren Imamen (a.s.) eigen, weil ihr heiliges Wesen frei von jeder Verunreinigung oder Ungerechtigkeit ist, und sie weder sich selbst, noch anderen gegenüber ungerecht sind. Sie haben den Rang des vollkommenen Menschen und sind Gottes Stellvertreter auf Erden.

Manche Gnostiker und Forscher sagen diesbezüglich: „Man sollte wissen, dass die wahre Ausgeglichenheit nur für den vollkommenen Menschen – der sich vom Anfang seines Schreitens auf dem Pfad, bis zum Schluss, wenn er das Ziel erreicht, niemals vom Weg abgekommen ist und keine Ausschweifungen gehabt habt – möglich ist und für keine andere Person. Dies ist, im wahrsten Sinne des Wortes, der Pfad des Ahmed und des Muhammad, und alle anderen Suchenden, die den Pfad Gottes beschreiten, ihnen nur folgen und keinen eigenen Pfad haben.“[1]



[1] Imam Khomeini, Scharh Hadith Djonoud Aql wa Djahl, S. 153


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