Islamisches Zentrum Hamburg
Delicious facebook RSS An einen Freund senden drucken speichern XML-Ausgabe HTML-Ausgabe Output PDF
Nachrichten Code : 42605
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 5:41:00 PM
Aufrufe : 1114

Islamkunde 26 – Islam und Vernunft im Qur’an 5 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrums Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.



Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Manchen Überlieferungen nach erkennt man den Menschen anhand seines Verstands.[1] Jemand der diese göttliche Gabe richtig einsetzt, bleibt vor vielen Krankheiten der Gesellschaft bewahrt.[2] Der Verstand wird von Gott gegeben[3] und ist die große Kraft, die den Menschen siegreich durch die Herausforderungen des Lebens gehen lässt[4]. Er ist die beste Gabe[5] und gar die Vervollkommnung aller Tugenden.[6] Der Qur’an macht denen, die ihren Verstand nutzen und Vervollkommnung zu erlangen und sich Wissen und Kenntnisse anzueignen große Versprechen: „es sind jene, die auf das Wort hören und dem besten von ihm folgen. Sie sind es, denen Allah den Weg gewiesen hat, und sie sind es, die Verstand besitzen.“[7]

Gott der Erhabene weist im hl. Qur’an auf eine wichtige Tatsache hin, nämlich dass die Vernünftigen die göttlichen Versen besser als alle anderen wahrnehmen und verstehen, und die darin enthaltenen Feinheiten entsprechend ihrer Kapazitäten registrieren. Sie verstehen auch die Beispiele, die im Qur’an genannt werden weil sie empfänglicher für die Analogien sind und können sich und andere daher besser erziehen und rechtleiten. Der hl. Qur’an sagt: „Und dies sind Gleichnisse, die Wir den Menschen prägen; doch es verstehen sie nur jene, die Wissen haben.“[8] und „Und wahrlich, Wir haben den Menschen in diesem Qur`an allerlei Gleichnisse geprägt, auf daß sie sich ermahnen lassen.“[9]

Ein Beispiel, dass vom Qur’an bezüglich der Beständigkeit des Monotheismus und der Vergänglichkeit der Götzenbilder erwähnt, ist der folgende Vers: „Das Gleichnis derer, die sich Helfer außer Allah nehmen, ist wie das Gleichnis von der Spinne, die sich ein Haus macht; und das gebrechlichste der Häuser ist gewiß das Haus der Spinne - wenn sie es nur begreifen würden!“[10] Auch im nächsten Vers bringt der hl. Qur’an ein Beispiel und sagt: obwohl sie von allen Menschen gehört werden, werden die in ihnen verborgenen Wahrheiten und Hinweise nur von den Wissenden wahrgenommen. Sie sind diejenigen, die die Wahrheit der Dinge sehen und sich nicht an Erscheinungsbilder anlehnen. Der Qur’an meint damit die verbogenen Wahrheiten, weil es sonst auch viele Gelehrte gibt, die die Verse dem Schein nach verstehen und davon überzeugt sind.[11] Die wahre Interpretation erfolgt mit anderen Worten nur durch die wahrhaftig wissenden, und sie sind es, die die Analogien zwischen den vergleichbaren Dingen gebührend wahrnehmen.

Es muss daran erinnert werden, dass es viele Qur’anverse gibt, die die Menschen dazu aufrufen, zu denken, überlegen, lernen und Weise zu sein, etc. All dies sind jedoch Anzeichen der Vernunft. All den Dingen, die über den Verstand gesagt wurden, kann entnommen werden, dass der Islam die Vernunft in der Gesellschaft fördern möchte. Er will dass die Menschen die Vernunft als eine richtungsweisende und kontrollierende Kraft einsetzen, darum wird im Qur’an und in den Überlieferungen auch viel über die Vernunft gesprochen und all dies zeugt von der besonderen Position, die die Vernunft als Tendenz in einer Gesellschaft besitzt. Vernunft in den Angelegenheiten des Lebens ist eine logische und korrekte Handlungsweise, und wird in den islamischen Lehren sehr betont. Aus religiöser Sicht bedeutet Vernunft der Besitz von einem starken Sinn für Logik und wird von der Religion als notwendig erachtet.

Die Vernunft ist in allen Bereichen der Religion stark präsent. Verwaltet der Mensch die Angelegenheiten seines Lebens mit Verstand und Offenbarung, wird er über alle Probleme siegreich sein und alle Antworten bezüglich des menschlichen Lebens finden.

Wichtig ist auch, dass ein Verstand, der ein Botschafter der Wahrheit und eine innerer Beweis für die Menschen ist, genau der Wahrheit und den religiösen Regelungen entspricht. Wird er jedoch verunreinigt, beeinträchtigt dies seine Beziehung zur Religion. Wenn er als göttliche Gabe und Instrument des Verstands und des Denkens benützt wird, gibt es keinerlei Widerspruch zwischen ihm und der Religion, vielmehr wird er vom Islam bestätigt. Die islamische Religion unterstreicht das, was der Verstand beschließt. Wir sind der Überzeugung, dass es zwischen dem beständigen, eigentlichen und wahrhaftigen Verstand und der Religion keinen Widerspruch gibt. Wenn es aber um Diskussionen und Beweisführung geht, kann es den Anschein haben, als würde es Widersprüche geben, wenn kein fundiertes Verständnis von der Religion gegeben ist. Werden die Inhalte solcher Diskussionen jedoch richtig, wahrhaftig und tiefgehend analysiert, wird klar, dass Religion und Verstand sich niemals widersprechen, sondern dass der Verstand die Argumente der Religion bestätigt, wenn er sie sich anhört. Er wird gestehen, dass sein Bereich eingeschränkt ist und Dinge wie die Notwendigkeit des Gebets und der Gottesdienste nicht erklären kann. Er betrachtet diese Anweisungen als eine logische Notwendigkeit, wenn man sich für die göttlichen Gaben dankbar zeigen möchte. Warum nun die rituelle Wäsche vor dem Gebet oder das Gebet selbst auf eine spezifische Art und Weise abzulaufen haben, sagt der Verstand: Dies ist außerhalb meines Bereichs. So gibt es keinen Widerspruch, vielmehr gesteht der Verstand, dass diese Dinge über seine Fähigkeiten hinausgehen. Wenn der menschliche Verstand aber den der Propheten erreicht, wird er erkennen, dass alle religiösen Anweisungen aus einem logischen Standpunkt sehr wohl vertretbar sind.



[1] Ghorar ul’hikam, Band 1, S. 12

[2] Ebd.

[3] Ghorar ul’hikam, Band 1, S. 13

[4] Die Lichtermeere, Band 75, S. 7

[5] Afdhal al an’aam al‘aghl

[6] Ghayat Al’fadhayel Al‘Aghl

[7] 39:18

[8] 29:43

[9] 39:27

[10] 29:41

[11] Almizan, Band 16, S. 107


Kommentar



Zeige nichtöffentliche
تصویر امنیتی :