Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42604
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 5:38:00 PM
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Islamkunde 25 – Islam, Vernunft und Vernünftigkeit 4 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrums Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
 
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Man kann die Präsenz des Verstands in den verschiedenen Lebensphasen niemals abstreiten, weil die Rolle des Verstands im menschlichen Leben, vor allem wenn es darum geht, eine Richtung anzugeben oder andere Triebe unter Kontrolle zu bringen, unabdingbar ist. Destabilisiert man die Position des Verstands, nimmt man viele Konflikte und Probleme in Kauf, und aus diesem Grund wird im Qur’an und in den Überlieferungen sehr oft betont, dass man diese göttliche Kraft korrekt einzusetzen hat. Eine Überlieferung vom hl. Propheten (s.) zeichnet ein ganz klares Bild vom Verstand. Der Edelmutige (s.) sagte: „Für jede Angelegenheit gibt es Mittel und Unterstützung. Der Gläubige benützt den Verstand als Mittel und wird von ihm unterstützt. Alles, was sich fortbewegt, hat ein Fortbewegungsmittel. Der Mensch bewegt sich mit seinem Verstand fort. Alles hat ein Ende, und das Ende des Gottesdienstes ist der Verstand. Jede Gruppe hat einen Wächter, und der Wächter der Gläubigen ist ihr Verstand. Jeder Händler hat ein Kapital, und das Kapital der fleißigen ist ihr Verstand. Jeder Schaden kann repariert werden; der Verstand repariert am Tag der Auferstehung. Jeder Reisende hat ein Zelt in dem er sich ausruht, und der Verstand ist das Zelt der Muslime, dort suchen Sie Zuflucht auf ihrer Reise.“
Es ist beachtenswert, dass im Laufe der Geschichte all jene die ihrem Verstand folgten, den Pfad zur Rechtleitung und Glückseligkeit fanden. Die Monotheisten, die die Worte der Propheten ihrer Zeit erhörten, hörten auf ihren Verstand und reagierten auf dessen Aufruf, und fanden die Glückseligkeit. Anhand ihres Verstands erfuhren Sie, dass die monotheistischen Propheten nichts Weiteres vermitteln als das Wort der Wahrheit und den Aufruf dazu. Sie riefen die Menschheit dazu auf, Gott anzubeten und die falschen Götter abzulehnen. Sie übermittelten die göttlichen Anweisungen an die Menschen und mahnten sie vor Lüge, Verleumdung, Unzucht und Ungehorsam, geboten ihnen Vertrauenswürdigkeit, Liebe und Hilfsbereitschaft. Jede einzelne dieser Verhaltensregeln ist der menschlichen Natur entnommen und zeigt keinen Widerspruch zu ihr, und so wurden sie von den monotheistischen Propheten weitervermittelt. Die, die diesem Aufruf Folge leisteten fanden die Glückseligkeit sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits, doch diejenigen die sie nicht beachteten oder sie gar verspotteten, kamen vom Pfad der Rechtleitung ab und wurden Elend. Ganz klar ist es eine Sache der Vernunft, dem Aufruf der Propheten zu folgen. So sollte man die Fähigkeiten des Verstands so gut wie möglich ausschöpfen und den Pfad des Verstands und des Denkers beschreiten. Der hl. Qur’an betont, dass derjenige, der sich vom Verstand distanziert, kein gutes Ende finden, sondern vom Weg abkommen und ins Böse gezerrt werden: „Niemandem steht es zu glauben, es sei denn mit Allahs Erlaubnis. Und Er lässt (Seinen) Zorn auf jene herab, die ihre Vernunft (dazu) nicht gebrauchen wollen.“[1] Dazu sollte erklärt werden, dass der erste Satz nicht zu bedeuten hat, dass der Glaube keine freiwillige Angelegenheit wäre. Dieser Vers bedeutet, dass Gott der Erhabene der absolute Besitzer und der unumstrittene Verwalter der Schöpfung in ihrer Gesamtheit ist. Alle Angelegenheiten der Welt, auch das, wozu sich der Mensch entscheidet, wickelt sich nicht ab, ohne dass Er es erlaubt und ohne dass es Seinem Willen entspricht. Es war sein Wille und sein Weg, dem Menschen große Gaben wie den Verstand zu schenken, also wurde dabei dem Menschen keinerlei Freiheit gewährt. Er hatte also nicht die Wahl, einen Verstand zu besitzen oder nicht. Er konnte nicht wünschen, keinen Verstand oder keinen freien Willen zu haben. Es entspricht dem Konzept, dass Gott für die menschliche Natur und für das Universum vorgesehen hat, dass ihm Gaben wie die Freiheit und der Verstand gegeben wurden.
Wichtig ist, dass der Mensch diese Freiheiten auch nutzt. Der obige Vers besagt daher, dass der Mensch nicht gläubig wäre, wenn es Gott nicht so gewollt und ihm Willen, Wahl und Freiheit verwehrt hätte. Es war durch den Willen, die Erlaubnis und die Macht, durch die Zuwendung Gottes dass der Mensch den Bereich des Glaubens betreten hat. Der Mensch hat also seinen Verstand und seine Freiheit zu nützen und sich als Gläubiger erziehen. Er hat sich mit einer gesunden Überzeugung, einer reinen Seele und Aufrichtigkeit in Worten und Taten zu bereichern und damit die Glückseligkeit in dieser Welt und im Jenseits erlangen. Bleibt ihm diese große, göttliche Gabe verwehrt, und hört er nicht auf seinen Verstand; leistet er seiner Triebseele allem anderen gegenüber Vorschub, bleibt ihm nichts über als das Böse. Er wird die göttlichen Zeichen abstreiten, den Ursprung anzweifeln, ungläubig bleiben und seine Seele bösartig gestalten und verdüstern. Seine Worte werden verbogen, seine Taten hässlich und durch diese falsche Wahl wird ihm nichts bevorstehen außer Unglück, Elend und die Strafe in beiden Welten. Das Wort im Vers 10:100, welches als auch als „Zorn“ übersetzt wird, kann mehreres Bedeuten. Einige der großen Exegeten haben es mit „Zweifel“ gedeutet, was dem „Glauben“ entgegengesetzt ist. „Die die ihren Vernunft nicht gebrauchen wollen“ bezieht sich auf jene, die Gottes Anzeichen abstreiten und sich damit den Zorn Gottes und seine Strafe einhandeln.[2] „Und Er lässt (Seinen) Zorn auf jene herab, die ihre Vernunft (dazu) nicht gebrauchen wollen“ weist laut einer Interpretation darauf hin, dass diejenigen die eine böse Natur haben, nicht dazu fähig sind ihren Verstand zu benützen und sich somit von ihm distanzieren, erfolglos und elend bleiben werden.[3] Diejenigen die den Pfad der Unwissenheit und somit der Vernichtung beschreiten, und nicht dazu bereit sind den Verstand und das Denken, welches ihnen als Kapital gegeben wurde einzusetzen, werden aufgrund dieser Bösartigkeit im Glauben keinen Erfolg haben.[4] Wenn sie also die Hölle betreten und sie gefragt werden, ob denn nicht Propheten gekommen sind, um sie über diese Strafe vorzuwarnen, werden sie sagen: ‚Doch, das sind sie, wir haben sie aber abgestritten‘ und werden hinzufügen: „Hätten wir nur zugehört oder Verstand gehabt, dann wären wir nun nicht unter den Bewohnern des flammenden Feuers:“[5] Manche Exegeten sind der Meinung, das in diesem hl. Vers mit „zuhören“ das Erhören des Aufrufes der Propheten und die Verpflichtung zu den Inhalten ihrer Worte gemeint ist. Sie sind nämlich wohlwollend und vertrauenswürdig. Die Vernunft ist hier also, sich zu ihrer Einladung zur Wahrheit zu verpflichten und sie sich überlegen, damit ihnen ihr Verstand zeigt, dass die Einladung der Propheten eine wahrhaftige ist und der Mensch der Wahrheit gegenüber demütig zu sein hat.[6] Es ist ganz klar, dass die Bewohner des Feuers nicht zuhörten und ihren Verstand nicht gebrauchten, und deswegen das Feuer bewohnen. So ergeht es denjenigen, die Gaben wie den Verstand nicht für ihre Glückseligkeit und Rechtleitung nützen.


[1] 10:100
[2] Tabatabai, Allameh Seyed Muhammad Hossein, Al-Misån, Qur’an Exegese, Band 16, S. 107
[3] Thaghfi Tehrani, Muhammad, “Die ewige Seele“, Borhan Verlag Teheran, Band 3, S. 70
[4] Makarem Schirasi Naser, Tafsir Nemuneh, Band 5, S. 360
[5] 67:10
[6] Al-Misån


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