Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42603
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 5:35:00 PM
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Islamkunde 24 – Islam und die Vernunft im Qur’an 3 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrums Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
 
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
Im hl. Qur’an selbst kommt der Begriff für „Verstand“ (das Wort „Aql“) nicht vor, aber die Anzahl der benutzten Werbe, die Derivate desselben Wortes sind und sehr wohl im hl. Qur’an vorkommen erreicht 49. Die Derivate bzw. Konfigurationen „Aqluh“ (=er verstand), „Na’qal“ (= wir verstanden) und „Ya’qal“ (= er verstand) kommen jeweils einmal, der Verb „Ya’qalun“ (=sie verstanden) 22 Mal und (=ihr verstandet) 24 Mal. Bei genauerem Studium lassen sich die beinhaltenden Verse ihrer Bedeutung nach in verschiedene Gruppen aufteilen.
Die erste Gruppe besteht aus Versen, die den Menschen dazu aufrufen, seinen Verstand zu nutzen, damit er durch seinen Verstand gute Ergebnisse für seine Bemühungen im Erkennen der Wahrheit und dem Erlangen von Vollkommenheit, Glückseligkeit und Erlösung erzielen kann. Er wird z.B. dazu aufgerufen, Gaben wie die Sonne, den Mond, die Tage und die Nächte zu beachten: „Wahrlich, im Erschaffen der Himmel und der Erde und im Wechsel von Nacht und Tag und in den Schiffen, die im Meer fahren mit dem, was den Menschen nützt, und in dem, was Allah vom Himmel an Wasser herniedersandte – und er gab der Erde damit Leben, nachdem sie tot war und ließ auf ihr allerlei Getier sich ausbreiten – und im Wechsel der Winde und den dienstbaren Wolken zwischen Himmel und Erde, (in all dem) sind Zeichen für Leute, die begreifen.“[1]
„Und Er hat für euch die Nacht und den Tag dienstbar gemacht und die Sonne und den Mond; und die Sterne sind auf Seinen Befehle hin dienstbar. Wahrlich, darin liegen Zeichen für die Leute, die Verstand haben.“[2]
Diese Verse enden normalerweise mit „Zeichen für die, die Verstand haben“ oder „damit ihr begreift“ und besagen, dass der Mensch sich die göttlichen Anzeichen wie das Wiederbeleben der Toten[3], Familienangelegenheiten[4], das Meiden von Dingen, die Gott verboten hat und der Sinn hinter den Verboten[5], die Wiederbelebung der Erde nach ihrem Tod[6] oder die Stufen der Schaffung der Menschen[7] überlegt.
Die zweite Gruppe der Verse verurteilt jene, die unvernünftig handelten und ein Leben mit unmenschlichen Taten führten. Gott der Erhabene vergleicht diese Menschen mit Tieren, und betrachtet sie manchmal als noch niederträchtiger. Am Ende dieser Verse kommen normalerweise Begriffe wie „sie verstehen nicht“ vor, wie z.B. im Falle jener, die die Worte Gottes hören und nach einer Überlegung beschließen, sie abzufälschen[8]. Weitere Beispiele hierfür sind solche, die blind ihren Vorfahren oder anderen Menschen, die kein Wissen und keine Kenntnis besitzen folgen[9], die Gott den Gepriesenen verleumden und seine Gebote verspotten[10], die die Qur’anverse hören, sie aber nicht beachten oder den hl. Propheten (s.) nicht respektieren[11], die nichts aus dem Schicksal ihrer Vorfahren lernen, die Verwerfliches begingen und blinde Herzen aufweisen[12], solche, die sich Götzenbildern anvertrauen, die weder irgendeine Macht noch Verstand besitzen[13], oder viele Feinde des hl. Propheten (s.), die scheinbar seine Gefährten sind aber in ihren Herzen andere Wege gehen[14].
Diese Leute geraten in Irrwege und distanzieren sich von der Vernunft, so dass sie nicht einmal der Bezeichnung eines Tieres würdig sind. Der Mensch ist durch seinen Verstand, dieser großen göttlichen Gabe dazu in der Lage, sich die Glückseligkeit beider Welten einzuhandeln und auch andere rechtzuleiten. Diese Menschen nützen aber diese große, göttliche Gabe nicht und verhindern sich selbst und auch andere daran, die Dinge zu wahrzunehmen und zu begreifen. Zweifelsohne ist dies der schlimmste und elendste Zustand für einen Menschen.
Die dritte Gruppe der Qur’anverse aber, sind solche, die den Menschen zwar dafür verurteilen, ihren Verstand nicht genutzt zu haben und sie dafür tadeln, sie aber auch dazu einladen, ihren Verstand für ihre Angelegenheiten einzusetzen. Diese Art der Verse enden normalerweise mit „wollt ihr denn nicht begreifen?“. Angesprochen werden damit Menschen, die die Anderen zu Gutem aufrufen, selbst aber kein gutes Werk verrichten[15], die sich heuchlerisch benehmen[16], offensichtlich spürbare Tatsachen nicht wahrnehmen[17], die Ratschläge der göttlichen Schrift nicht befolgen[18] oder etwas anbeten, was ihnen weder nützt noch schadet[19].
Um diese Verse besser kennenzulernen und sie zu interpretieren, wendet man sich am besten an verschiedene Exegesen, doch im Allgemeinen wird klar, dass die Vernunft im Qur’an einen besonderen Stellenwert genießt. Hätte der Mensch im Laufe der Geschichte den Pfad der Vernunft eingeschlagen und sich weise verhalten, würde es viele Probleme unter der unsere heutige Gesellschaft leidet nicht geben. Wichtig scheint dabei, dass man den erzieherischen Pfad dieses göttlichen Geschenks beachtet. So sind alle Denker und kulturellen Verwaltungspersonen einer Gesellschaft dazu verpflichtet, die junge und jugendliche Generation der Gesellschaft vernünftig zu erziehen und ihr so eine gute Zukunft zu ermöglichen.


[1] 2:164
[2] 16:12
[3] 2:164
[4] 2:242 und 24:61
[5] 6:151
[6] 57:17
[7] 40:67
[8] 2:75
[9] 2:170
[10] 5:57 und 103, und 10:42
[11] 49:4
[12] 22:46 und 29:63
[13] 39:43
[14] 59:14
[15] 2:44
[16] 2:76
[17] 10:16
[18] 21:10
[19] 21:67, 3:67 und 118, 6:32, 7:169, 11:51 und 19, 12:109, 23:80, 26:28, 28:60, 36:62 und 68, 37:138


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