Islamisches Zentrum Hamburg
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Nachrichten Code : 42586
Datum der Veröffentlichung : 1/15/2014 4:44:00 PM
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Islamkunde 7 Islam und seine Allgemeingültigkeit 1 Redner: Ayatollah Dr. Ramezani Imam und Leiter des islamischen Zentrums Hamburg

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.



Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

 

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

 

Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

Ist der Islam eine allumfassende und vollkommene Religion, die alle menschlichen Bedürfnisse, ob materiell oder spirituell, anspricht, oder muss sich der Islam erst gar nicht mit materiellen Dingen befassen oder Fragen beantworten, die mit der Regierung zu tun haben, weil sich die Wissenschaft bereits um derartige Sachen kümmert? Schließlich werden auch Regierungsbezogene Dinge in der Politikwissenschaft in Akademien und anderen, wissenschaftlichen Institutionen auf verschiedene Arten behandelt.

Um diese Frage korrekt zu beantworten, muss sie erst in Bezug auf die Religion selbst stellen. Kann die Religion denn alle menschlichen Bedürfnisse abdecken, oder ist dies gar nicht erst notwendig, und die Religion muss nur die Fragen beantworten, die mit der Menschheit und seiner Position zu tun haben. Hier muss zuerst erwähnt werden, dass diese Diskussion nun schon seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten in theologischen, philosophischen und exegetischen Büchern geführt wird und es dabei hauptsächlich zwei Fronten gibt. Die einen sind – wie wir auch – der Ansicht, dass die Religion alles beinhaltet, was zur Rechtleitung der Menschen gehört und für ihre Glückseligkeit notwendig ist. Sie beachtet alle individuellen und gesellschaftlichen Aspekte der Menschlichkeit und ruft die Menschen zur Glückseligkeit sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits auf. Im Qur’an wird auch davon gesprochen:

„Wir haben alles genau festgehalten im Buch. Sie werden dann alle zu ihrem Herrn geführt werden.“[1]

Allameh Tabatabaei sagt über diesen Vers: „Die Exegeten sind der Meinung, dass mit dem Buch in diesem Vers das göttliche Wissen also die Universalseele gemeint ist und nicht das Buch der göttlichen Regelungen. So gesehen behält der Vers allein durch seine Formulierung seine Allgemeingültigkeit. Wenn aber der hl. Qur’an gemeint ist, dann bezieht sich „alles“ auf alle religiösen Angelegenheiten, die der Menschheit durch die von Gott auserwählten Propheten übermittelt werden sollen. Hier kann nicht gemeint sein, dass die göttliche Schrift absolut alles beinhaltet.“

[2]

Auch in verschiedenen Überlieferungen wird diese  Ansicht vertreten. Osul Kafi beinhaltet ein eigenes Kapitel mit Überlieferungen, die besagen, dass der Qur’an alles erläutert hat und alles erwähnt, was der Mensch braucht.

[3]

Der selige Mullasadra erläutert die Überlieferungen dieses Kapitels und bestätigt die Behauptung voll und ganz, dass die Religion alle menschlichen Bedürfnisse beseitigt. Er erklärt aber auch, dass man, wenn man sich all dieses Wissen aneignen will, seinen Geist läutern muss damit man empfänglich für dieses Wissen ist. Es reicht nicht, sich mit den scheinbaren Bedeutungen der Qur’anischen Begriffe zu begnügen. Auch Allameh Mirza Abulhassan Scha’rani stimmt dem zu und glaubt, dass diese Kenntnisse die Wahrheit über alle Dinge beinhalten. Er vertritt die Überzeugung, dass nicht alle Menschen diese Kenntnisse gewinnen werden und man kann allerdings auch nicht erwarten dass alle Wissenschaften, Industrien, Erfindungen, die Bedeutungen arabischer Wörter und die Geschichte aller Vergangenen im Qur’an erwähnt worden sind. Was nämlich mit den menschlichen Bedürfnissen und Anderen, menschlichen Elementen zu Tun hat wie z.B. wahre Überzeugung, Ethik, Gottesdienst und göttliche Regelungen, ist im Qur’an in Form eines Gesetzes zusammengefasst worden, und ein Großteil davon ist in den Überlieferungen der Unfehlbaren (a.s.) erklärt worden.

Wenn eine Religion vollkommen ist, muss auch ihre Jurisprudenz tadellos sein. Der Islam ist allgemeingültig, enthält also die Regelungen und eine reiche, umfassende Jurisprudenz. Er regelt die Beziehungen der Menschen untereinander und mit Gott, bestimmt den Ablauf sozialer Handlungen soweit es notwendig ist. Er gibt der Menschheit das beste Gesetz, man könnte z.B. die finanziellen Regelungen und Pflichten erwähnen, es geht hierbei um die besten Steuern, die man bestimmen kann und es lassen sich auch Dinge wie Veruntreuung und Wucher verhindern, wenn man sich an die islamische Jurisprudenz hält. Selbst wenn wir in einigen Fällen neuere Gesetze benötigen, können die Gelehrten mit einer gewissen Dynamik auch dies bewerkstelligen.

Die andere Ansicht über die Religion wird in der nächsten Ansprache behandelt.



[1] 6:38

[2] Allameh Tabatabaei, “Al-mizan fi tafsir al-qur’an”, Band 7, S. 812\1

[3] Siehe Osul Kafi, Band 1, S. 113-116


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